Herzhaftes

Rindergulasch mit Kürbis

Eine lustige Geschichte umrangt das Rindergulasch, das ich letztens zubereitet habe. Eigentlich eher eine ziemlich blöde, die mich ein wenig naiv und dusselig erscheinen lässt. Ich fang einfach mal an: Ich hatte geplant, ein schönes Gulasch zu köcheln, und natürlich wollte ich meinen Saisonliebling, den Kürbis, wieder einarbeiten. Eigentlich kein Problem, möchte man meinen, aber ich wollte gerne eine andere Sorte verwenden und nicht immer den Hokkaidokürbis. Also entschied ich mich für einen „Butternut“, der laut diversen Beschreibungen buttrig und, wer könnte es glauben, nussig schmecken sollte.
Bis hier alles kein Problem. Doch dann kam zu Hause die Überlegung, warum der Kürbis direkt neben den Zierfrüchten lag- ob das etwas zu bedeuten hatte? Rasch war der Gedanke verdrängt und das fröhliche Schneiden und Schälen begann. Der Geruch des Butternüsschens war irgendwie etwas eklig, fast so wie der eine Zierkürbis gerochen hatte, den ich mal aus dekorativen Zwecken ausgehölt habe. Auch das wurde ignoriert und der Kürbis wurde in Butter geschwenkt. Er schmeckte gar nicht so schlecht, aber je länger er in der Pfanne lag, umso bitterer wurde er. Und kein bisschen nussig. Ich wurde nun allmählich richtig misstrauisch und kramte noch einmal den Einkaufszettel hervor- und tatsächlich, das Butternüsschen war unter Zierkürbis gebont. Einfach ein Fehler der Kassiererin oder mein Versehen? Da ich nicht nur sehr kreativ, sondern auch ein wenig paranoid bin, wurde mir schwindelig und ich spürte die Gifte meine Adern entlangfließen. Schnell wurden diverse Wassermengen heruntergekippt und der Kürbis in den Müll geworfen. Ein Glück, dass ich vorsichtshalber noch einen Hokkaido dabei hatte. ; )
So viel zu mir und dem vermeintlichen Zierkürbis (gibt es überhaupt eine Zierbutternuss???)- nun zum Gulasch.
Ja, es war ein herrliches Gulasch, mit gutem Bio-Rindfleisch- ab und zu gönn ich mir so was- wenig Tomatenmark, ein paar Zwiebeln, Hokkaidokürbis und Wasser. Nicht in dieser Reihenfolge, aber dennoch…Ein Gulasch ist eine feine Sache, wenn man für die eigentliche Zubereitung wenig Zeit hat, es aber lange garen lassen kann. Wenn man z.B. ein kleines Essen für Freunde gibt und nicht die ganze Zeit in der Küche stehen will, bereitet man das Gulasch schön vor und kocht es, wenn die Gäste eintreffen oder so. Es ist wichtig, dass es so lange köchelt, damit das Fleisch schön mürbe wird.
Den Kürbis habe ich übrigens erst ganz am Ende zugegeben, da ich ihn ja schon in Butter gebraten hatte und er nicht zerfallen sollte. Eine Anmerkung noch, bevor es zum Rezept geht- die angegebene Menge hat bei uns gerade so für zwei Personen gereicht, man sollte also lieber etwas mehr machen. Auch wenn 500 g Fleisch sehr viel klingt (guuut, wir hatten nur 400 g), war es eben einfach nicht genug. Andererseits hatten wir nur eine Zwiebeln und nicht 500 g… vielleicht reicht es doch für 4 Persönchen… Man probiere es aus und sende mir eine Einschätzung! : )

Rezept

Rindergulasch mit (Hokkaido-) Kürbis

Zutaten (für 3- 4 Personen)

  • 500 g Zwiebeln
  • 500 g geschnittenes Rindergulasch(fleisch)
  • 3 EL Speiseöl
  • Salz, Pfeffer, Paprikapulver edelsüß
  • 2 schwach gehäufte EL Tomatenmark
  • etwas 250 ml heißes Wasser
  • eventuell 1-2 Spritzer Tabasco
  • 1- 2 Hokkaidokürbisse (je nachdem, wie hoch der Kürbisanteil sein soll)
  • ca. 40 g Butter
  • Thymian

Zubereitung

  • Zwiebeln abziehen, halbieren und in Scheiben schneiden.
  • Die Hälfte des Öls in einem (großen) Topf erhitzen, die Gulaschwürfel von allen Seiten gut darin anbraten. Restliches Öl hinzufügen, dann die Zwiebelscheiben dazugeben, mitbräunen.
  • Das Ganze mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver würzen und Tomatenmark unterrühren. 250 ml heißes Wasser hinzugießen und das Fleisch 75 bis 90 Minuten bei mittlerer Hitze mit Deckel gar schmoren. Sollte zuviel Flüssigkeit verdampfen, eventuell noch etwas Wasser zugeben.
  • Während des Garens den Kürbis zerteilen, entkernen und eventuell schälen. Dann in Würfel schneiden und in Butter knusprig anbraten. Mit Salz und Thymian abschmecken.
  • Das Gulasch anschließend mit Salz, Pfeffer, Paprikapulver und eventuell Tabasco abschmecken, die Kürbiswürfel hineingeben und kurz ziehen lassen. Dann servieren.

Dazu passt: frisches Baguette, Reis, Kartoffeln, Nudeln…

Das Grundrezept für Gulasch habe ich aus dem „Dr.Oetker Schulkochbuch“, erschienen im Dr.Oetker Verlag. Dieses Kochbuch war übrigens das allererste, das ich mein Eigen nennen konnte und geschenkt hat es mir damals meine Tante. Seither ist es zwar nicht mein liebster Rezeptegeber, aber immer gut, wenn ich nach einigen „Basics“ suche.

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